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Verwaltungsgemeinschaft Lechfeld - Gemeinden Untermeitingen und Klosterlechfeld  |  E-Mail: info@lechfeld.de  |  Online: http://www.lechfeld.de

Die Gemeindeteile Lagerlechfeld und Kinosiedlung

Lagerlechfeld

Der Ortsteil Lagerlechfeld wird von den politischen Gemeinden Untermeitingen und Graben verwaltet. Im Gemeindebereich von Untermeitingen leben derzeit ca. 1.100 Einwohner.

 

Ein kleiner Blick in die Vergangenheit lässt erkennen, dass eine Flut geschichtlicher Ereignisse mit dem Lechfeld eng verbunden ist. Das Lechfeld bot sich zu allen Zeiten als Schlachtfeld an. Im Verlauf der Jahrtausende sind durch Kriegsereignisse, Gefangenenlager, Massenausrottungen und Seuchen auf dem Lechfeld umgekommen: Kelten, Römer, Germanen, Frühchristen (Frühzeit); Awaren (8. Jahrhundert); Ungarn (955); aufständische Bauern (1525); viele Einheimische (Dreißigjähriger Krieg; Kriege des 18. Jahrhunderts, französische Revolutionskriege); Franzosen, Zuaven und „Turkos“ (1870/71); kriegsgefangene Franzosen, Engländer, Italiener, Russen, Rumänen, Serben, deutsche Soldaten (1914 bis 1919); verwundete und kranke deutsche Soldaten (1940 bis 1949); Juden (1944); Flüchtlinge (1946).

 

Der bis ins 19. Jahrhundert hinein weitgehend aus Heide bestehende östliche Teil des Lechfeldes verlockte nicht nur Kolonisten zur Ansiedlung (Königsbrunn), sondern weckte auch das Interesse der militärischen Führung. 1860 wurde dann ein Schießplatz auf dem Lechfeld eingerichtet.

 

Sieht man von den Lagern ab, die Kriegsvölker und Neusiedler zu allen Zeiten errichtet haben, so beginnt die eigentliche Lagertradition der Durchreisenden auf dem Lechfeld im Jahr 1870. Am 13. August 1870 trafen die ersten Franzosen ein, im Verlauf des Krieges wurden es 9.000, darunter auch französische Kolonialsoldaten, Zuaven und sogenannte „Turkos“.

 

Im Ersten Weltkrieg sah Lechfeld rund 20.000 Kriegsgefangene. „Lechfeld – Schicksalsfeld“, mit Recht wurde dieser Begriff geprägt.

 

1877 wurde die Bahnstation Lagerlechfeld erbaut. Somit entstand eine Schienenverbindung zwischen Augsburg und Landsberg, die bis zum heutigen Tag den Güter- und Personenverkehr bewältigt. Die entlang der Bahnlinie zwischen 1900 und 1910 entstandenen privaten Häuser wurden infolge der Kriegseinwirkungen stark beschädigt und teilweise unbewohnbar.

 

Der Beginn der Militärfliegerei geht auf das Jahr 1910 zurück; eine Halle für zwei Doppeldecker wurde gebaut. Die Entwicklung von Kampfflugzeugen wurde auch während des Zweiten Weltkriegs fortgesetzt; das Raketenflugzeug M 163 und das erste Düsenflugzeug der Welt (ME 262, geflogen von General Galland) wurden in Lechfeld erprobt. In der Rüstung waren rund 1.000 Personen beschäftigt, darunter auch russische Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge aus Hurlach. Im Jahre 1944, nach den großen Luftangriffen der Alliierten, lagen die meisten Gebäude des Flugplatzes in Trümmern. Was an militärischen Einrichtungen stehen blieb, wurde von den Siegermächten durch Sprengungen beseitigt. Am 7. Juli 1956 erfolgte die 1. Flaggenhissung durch die Bundeswehr.

 

Kinosiedlung

Die Gründung des Ortsteiles „Kinosiedlung“ am Ortsrand von Klosterlechfeld geht auf die Erbauung eines Kinos Anfang 1950 zurück. Dieses wurde 1954 als Lichtspieltheater in Betrieb genommen. In den 50er und 60er Jahren siedelten sich weitere Häuser um das Kino an.   

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